März 2010
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INTERVIEW | Tom Novy Menschliche Blindgänger und echte Werte

Man muss sich Idealen verschreiben wie Ehrlichkeit, Respekt und Anstand, Bescheidenheit und Liebe.

Die einen lieben, die anderen hassen ihn. Aus seiner DJ-Kollegen-Riege hat schon so jeder sein Fett abbekommen, nimmt der Bayer im Rahmen seiner Raveline-Kolumne doch schon seit Jahren kein Blatt vor den Mund. Ob das der Grund dafür ist, dass er aktuell mehr im Ausland gebucht wird als bei uns, wage ich nicht zu beurteilen.

»Also ich weiß schon, dass ich ziemlich viel weg war die letzten Jahre, aber ich hab’s nicht so gemeint. Ich bin auch keine beleidigte Leberwurst, weil ihr die Disco Boys lieber mögt. Ich habe mir gedacht, ich schaue mir die Welt an, bevor es zu Ende geht mit ihr«, erklärt er nicht ganz ernstgemeint. »Ich habe überall tolle Partys gefeiert. Ich denke mal, Australien ist der Festival-Hotspot, und Brasilien rockt auch gut mit den ganzen Chicas da. Aber ich hab sogar in Luanda gespielt und das war Klasse. Darüber hinaus finde ich Ibiza, wenn ich ehrlich bin, nach 15 Jahren ein wenig abgedroschen. Ich glaub’, ich mache dieses Jahr weniger dort und geh zurück an den Baggersee in Erding. Oldschool soll voll im Kommen sein, habe ich neulich in Berlin gehört. Oder war es Düsseldorf? Da kommt ja keiner mehr mit.« Gerade ist Herr Novy nach Zürich verzogen und dort in den heiligen Stand der Ehe getreten, ein Mini-Novy ist auch unterwegs. Ein Grund, bald kürzerzutreten? »Familie und Freunde sind das Wichtigste im Leben. Und Gesundheit. Ich hab’ schon eine wundervolle 18-jährige Tochter, eine Schwester, eine super Mama und unglaubliche Freunde, die mit mir durch dick und dünn gehen. Jetzt habe ich noch eine bezaubernde und liebevolle Ehefrau und bald noch den coolsten Sohn der Welt. Aber wer glaubt, dass ich einen Gang runterschalte, wenn der Max da ist, der täuscht sich. Wir geben dann nämlich alle zusammen Gas.«

Daran teilhaben lässt Tom uns sicherlich auch wieder via Facebook und Twitter, schon jetzt seine täglichen, teilweise aber auch zweifelhaften Begleiter. »Man muss vorsichtig sein mit dem Ganzen. Es gibt Leute, die leben in einer anderen Welt, hängen den ganzen Tag online vor der Kiste und pimpen ihr Dasein. Es wird schnell zur Sucht. Klar, es ist durchaus kommunikativ und auch sinnvoll für einen Künstler, seine Fans mit News versorgen. Aber bei manchen Jungs und Mädels muss man sich manchmal richtig fremdschämen, was die für eine Scheiße rauslassen. Aber so erkennt man, was für menschliche Blindgänger so mache sind. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich nicht auch schon den einen oder anderen Schmarrn gepostet habe. Naja, nobody’s perfect.« Eine weniger private als musikalische Neuigkeit gibt es auch noch aus dem Hause Novy zu berichten, nämlich die seines Projekts Tom & Jerry, mit dem er gerade durchstartet. »Jerry Ropero und ich sind schon lange befreundet. Ich mag seine spanische Brustbehaarung und er glaub’ ich meine bayerischen Wadln. Die meisten Vocals kommen dabei von Abigail Bailey. In meinen Augen ist sie eine der besten House-Stimmen unserer Tage.«

Ein Album ist für März geplant, mit »Don’t Lie« steht in Kürze eine neue Single bereit. Und live erleben könnt ihr die drei im Rahmen der diesjährigen Mayday. »Wir haben uns schon so viel einfallen lassen, dass es schwer wird, es alles umzusetzen. Ich denke aber wir kriegen eine gute Show hin. 30 bis 45 Min. erst mal. Mit viel Spaß und Wow-Erlebnissen. Es wird eine gute Kombination von Band und elektronischem New Age mit abgehobener Stylo-Kapelle. Noch Fragen?« Nein, oder doch, eine noch. Hat sich Tom Novy etwas für das neue Jahr vorgenommen, gute oder schlechte Vorsätze gefasst? »Oh ja, ich hab mir jede Menge vorgenommen. Das meiste ist sehr persönlich. Es geht auch gar nicht um mein DJ-Dasein, sondern eher darum, wie ich als Mensch funktioniere. Nach vielen Jahren setzte ich meine Prioritäten anders. Was ist mir wichtig, was macht mich glücklich? Es geht nicht darum, im Mittelpunkt zu stehen, sondern die Dinge auch mal von weiter hinten zu betrachten. Ein wenig in mir selbst ruhen möchte ich und ausgeglichener sein. Mein Beruf macht mir großen Spaß, aber mit den vielen Haien und bösen Menschen um einen rum, all den falschen Freunden und Schaumschlägern, den Angebern und Dummschwätzern ist es schwer, auf Kurs zu bleiben. Ich glaube, man kann nie aufhören, an sich zu arbeiten, sollte sich Idealen verschreiben wie Ehrlichkeit, Respekt und Anstand, Bescheidenheit und Liebe. Es gibt so viel Leid auf der Welt. Ich denke, man sollte dankbar sein für das, was man hat. Ich bin auch nicht immer nur hier, um über andere zu schreiben oder das Maul aufzureißen.« Hört, hört ... und hört Tom Novy in unserer Region: Am 06.02. war er im Bochumer SOHO, am 11. kommt er in die Nachtresidenz Düsseldorf und am 20. ins Münsteraner Heaven.

www.tomnovy.com

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Artikel zuletzt aktualisiert am: Dienstag, 09. Februar 2010
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Nicole aus Dortmund (39)
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Kommentare zum Artikel

3 von 3 Kommentaren
12.02.2010 // 10:24 picco » Lars aus Essen (39)
...richtig, vor allem backstage ;-)
11.02.2010 // 17:39 tobiclub » Tobias aus Essen (24)
Ach Uwe... das kann man doch über so viele Leute sagen... Es gibt halt Gestalten die polarisieren mehr oder welche die sind halt auch da. Aber nen Novy find ich super Unterhaltsam...!
11.02.2010 // 15:59 lacasafiesta » Kai-Uwe aus Essen (40)
Discoboys, Novy ... für das Nachtleben so wichtig wie eine Salami in der Turnhalle.