März 2010
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EVENT | Sensation-Macher Duncan Stutterheim im Interview Einer der drei Gründer von ID&T hat sich für ein Interview mit der SMAG Zeit genommen...

Duncan Stutterheim (Bild, links) ist einer der drei Gründer der erfolgreichen niederländischen Event-Agentur ID&T. Mittlerweile nur noch zu zweit und dafür mit einer riesigen Mitarbeiterliste bewaffnet stemmen er und Irfan van Ewijk u.a. zahlreiche »Sensation White«-Veranstaltungen auf der ganzen Welt. Die letzten zwei Jahre hat Duncan mit seiner Frau in Australien verbracht. Jetzt ist er zurück, um sich voll und ganz auf die Silvester-Show in Düsseldorf zu konzentrieren. Wir haben den 38-Jährigen im Düsseldorfer Malkasten getroffen und ihm Fragen zur Vergangenheit und Zukunft der »Sensation« gestellt.


SMAG: Du warst zwei Jahre in Australien? Warum?
DUNCAN: Ich habe 14 Jahre lang nur gearbeitet. Dann hat meine Frau gesagt, okay, wir machen jetzt ein Jahr lang Urlaub. Wir haben überlegt, wohin wir fliegen könnten und sind dann auf Australien gekommen. Nach sieben, acht Monaten wurde es ein doch zu langer Urlaub. Gleichzeitig habe ich festgestellt, wie groß die elektronische Szene dort ist und wie viele Partys stattfinden. Ich habe Irfan angerufen und ihm gesagt, dass ich dort eine »Sensation« veranstalten möchte. Er war sofort dabei, und ich habe angefangen, eineinhalb Jahre die erste »Sensation« in Australien auszuarbeiten. Die erste Veranstaltung war unglaublich – am Neujahrstag, auf Anhieb ausverkauft mit 50.000 Leuten. Danach haben wir überlegt, was wir nun machen können und sind zu dem Entschluss gekommen, wieder zurück zu gehen.

SMAG: Du hattest auch schon erfolgreiche Veranstaltungen vor der »Sensation White«. Wie und warum kamst du dazu, Partys zu machen?
DUNCAN: Ich war 19 Jahre alt, und es waren die ersten illegalen Raves. Dann haben wir ein kleines Fest mit 300 Menschen gemacht, fanden das so toll, dass wir gesagt haben, das geht auch ein bisschen größer. Eigentlich wollten wir ein Event für 3.000 bis 4.000 Leute machen, haben aber keine Location gefunden. Dann haben wir eine größere Halle bekommen und die Betreiber meinten, wir sollen die Halle halbieren und unsere Karten verkaufen. Das hat gut geklappt, und es kamen am Ende unglaubliche 11.000 Gäste. Da haben wir ca. 100.000 Mark verdient und überlegt, wie wir nun als 21-Jährige weiter machen sollen. Theo Lelie ist dann fortgegangen und wir haben u.a. »Thunderdome« gegründet.

»Die erste Party war die schwerste!«

SMAG: Wie kamst du auf die Idee zur »Sensation White«?
DUNCAN: Wir sind früher zu jedem Heimspiel von Ajax Amsterdam gegangen und direkt gedacht, dass wir dort mal eine Veranstaltung machen müssten. Dann haben wir mit den Stadion-Betreibern gesprochen, ihnen unser Konzept vorgestellt und sie meinten, wir sollen es probieren. 2000 war dann die erste Party. Wir wollten etwas Anderes, etwas Besonderes machen und haben für die erste »Sensation« unheimlich viel Dekoration und viele Tänzer gestellt – mehr als bei jeder folgenden. Im gleichen Jahr ist mein Bruder gestorben, und statt einer Trauerfeier gab es eine fröhliche Gedenkparty, bei der das Motto »Dress in White« war. 50% der Eingeladenen sind dann in weiß gekommen, und das war der Auslöser für die »Sensation White«. Nun sind wir in 17 Ländern vertreten.


SMAG: Direkt auf Anhieb habt ihr zehntausende Menschen erreicht. Wart ihr überrascht oder habt ihr mit so einem Erfolg gerechnet?
DUNCAN: Beim ersten Mal waren 17.000 Menschen da, das hat uns nicht gereicht, wir haben damit kein Geld verdient. Aber wir wussten, dass das Konzept gut ist. Wir sind dann nach Deutschland und hatten bei der ersten Veranstaltung 14.000 Gäste, da haben wir viel Geld verloren. Jedoch gingen die Besucherzahlen über 17.000 und 23.000 im letzten Jahr auf 30.000 Leute hoch. Jetzt wissen wir, dass die Erste die schwerste Party war, aber auch weil damals Youtube und das Internet noch nicht so groß waren und die Menschen das Konzept noch nicht kannten.

»Sensation White« wird minimaler

SMAG: Auch in diesem Jahr findet die »Sensation White« zum Jahreswechsel in Düsseldorf statt. Wie kamt ihr darauf, euch den Silvestertag auszusuchen?
DUNCAN: Die erste Veranstaltung war im Juni in Gelsenkirchen. Es war nicht die beste Stadt und das beste Datum, wir konnten das Stadiondach nicht schließen und so auch nicht auf Wetter oder Temperaturen reagieren. Diese Möglichkeiten sind uns in Düsseldorf gegeben. Dann haben wir überlegt, welches Datum wir am besten wählen und wurden mit unserer Idee, eine große Veranstaltung an Silvester zu machen, bestätigt. Nun kommen die Menschen zu unsere »Sensation« im Juli nach Amsterdam und im Winter nach Deutschland.


SMAG: Was können wir dieses Mal erwarten? Wird noch einer drauf gesetzt? Was wollt ihr verbessern?
DUNCAN: Verbessern ist ein bisschen schwierig. Letztes Jahr hatten wir eigentlich die perfekte Show. Deshalb haben wir geschaut, was wir dieses Jahr noch machen können. Wir reduzieren etwas die Technik und setzen mehr auf die Show. Wir werden doppelt so viele Tänzer haben, die Choreografie ist besser, die Show ist anders. Wir stimmen dieses Jahr die Musik besser ab, haben mit DJs ein Musik-Team gebildet und versuchen, das besser zu koordinieren. Im letzten Jahr gab es das Problem, dass alle DJs eigentlich nur ihre Platten spielen wollten. Nun haben wir DJs gewählt, mit denen wir reden können, also den ersten z.B. bitten, ob es möglich wäre, am Anfang ein bisschen ruhiger zu spielen. Dieses Jahr soll auch keine Platte zweimal laufen. Vor zwei Jahren kamen einzelne Songs bis zu fünfmal an dem einen Abend. Dieses Team soll das in der Planung schon verhindern – gerade da Deutschland und Holland zwei der stärksten elektronischen Länder sind. Tocadisco wird dabei sein, dann noch zwei weitere deutsche DJs, natürlich Fedde Le Grand und ein DJ von uns, »Mr White«, der nur neue, minimalistisch-housige Musik spielt. Es ist gerade eine Zeit, in der sich die Musik verändert, und diesen Schritt möchten wir mitgehen. Die »Sensation« wird ein bisschen minimaler, aber es muss trotzdem sexy House dabei sein und nicht in die technoide Richtung wie z.B. Richie Hawtin gehen.

Fabelhafte Märchenwelt

SMAG: Erzähl uns doch noch ein bisschen was zum diesjährigem Motto »Wicked Wonderland«. Was können wir uns darunter vorstellen?
DUNCAN: Wir wollen dieses Jahr eine eigene Welt schaffen. Der Besucher soll mit dem Eintreten ins Stadion in eine Story eingebunden werden. Es geht um »Alice im Wunderland«, wie sie älter und erwachsen wird, wie sie ihre Erfahrungen mit lebensalltäglichen Gefühlen macht. Es wird sehr fabelhaft.


SMAG: Wie sucht ihr euch die DJs aus?
DUNCAN: Vor drei Jahren habe ich nur DJs gebucht, die wegen ihres Namens groß waren. Jetzt geht es mir darum, dass sie gute Musik spielen. Es kommt darauf an, dass es clubbige, sexy House Musik ist. Wir wollen DJs die auf die Sensation und ihre Gäste eingehen und nicht nur ihre Sets spielen. Die Acts müssen es cool finden, bei uns dabei zu sein.

SMAG: Wie sehen eure Pläne für die »Sensation White« in Zukunft aus?
DUNCAN: Letztes Jahr haben wir 17 »Sensations« gemacht. Wir haben einen Fünf-Jahres-Plan, in dem wir vorgesehen haben, auf jedem Kontinenten eine große »Sensation« zu veranstalten. Zusammen mit Holland ist Deutschland einer unserer Eckpunkte dieses Konzepts, und wir schauen ganz optimistisch nach vorne.


SMAG: Welche anderen Projekte betreibt ihr noch?
DUNCAN: Ich selber konzentriere mich nur noch auf die »Sensation«. Wir haben uns vor ein paar Jahren zusammengesetzt und beschlossen, uns mit ganzer Kraft auf die Events konzentrieren. So haben wir alle anderen Projekte verkauft.

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Artikel zuletzt aktualisiert am: Dienstag, 08. September 2009
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ScreamingDisco-Tim
Tim aus Essen (22)
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Kommentare zum Artikel

2 von 2 Kommentaren
08.09.2009 // 13:24 Lilymaus » Lily aus Düsseldorf (21)
Ich kann die Sensation schon gar nicht mehr erwarten. Das wird der hammaaaa!
08.09.2009 // 11:50 ScreamingDisco-Tim » Tim aus Essen (22)
cooler Typ ist das!